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    Warum stimmt unser Forecast nicht?

    Ein Forecast stimmt nicht, wenn er auf Statistik statt auf Commitments gebaut ist. Die typische Pipeline-Rechnung — Volumen mal historische Abschlussquote — sieht mathematisch solide aus, sagt aber nichts darüber, ob hinter den Deals echte Kaufentscheidungen stehen. Präzise falsch ist gefährlicher als ungefähr richtig, denn es fühlt sich wie Steuerung an.

    Ich habe diesen Fall in groß erlebt: eine 300-Millionen-Pipeline, auf dem Papier komfortabel. Der Forecast stand auf einem statistischen Funnel — nicht auf Commitments. Als wir Deal für Deal prüften, wer beim Kunden tatsächlich entschieden hatte, blieb ein Bruchteil übrig. Die Zahl hatte gestimmt. Das System dahinter nicht.

    Die Mechanik dahinter ist menschlich, nicht mathematisch. Drei Muster erzeugen die Lücke zwischen Forecast und Realität.

    Erstens: Stages bilden Aktivitäten ab, keine Kundenentscheidungen. „Angebot versendet“ ist ein Verkäuferschritt. Er sagt nichts darüber, ob der Kunde budgetiert, priorisiert und intern verkauft hat. Ein Forecast auf Verkäuferschritten misst den eigenen Fleiß, nicht die Kaufwahrscheinlichkeit.

    Zweitens: Die Pipeline wird aus Höflichkeit nicht bereinigt. Deals ohne Aktivität seit Monaten bleiben drin, weil Rauswerfen wie Aufgeben aussieht. Jede Quote, die auf dieser Pipeline rechnet, rechnet mit Karteileichen.

    Drittens: Korrekturen werden einzeln wegerklärt. Jede Verschiebung hat eine plausible Geschichte — der Einkauf, der Urlaub, das Quartalsende. Einzeln stimmt jede Geschichte. Dass sie sich häufen, ist die eigentliche Information, und genau die geht in den Einzelerklärungen verloren.

    Der Weg heraus ist unbequem, aber einfach zu benennen: Der Forecast muss von der Frage „Was haben wir getan?“ auf die Frage „Was hat der Kunde entschieden?“ umgestellt werden. Das verändert Stages, Reviews und Führungsgespräche. Und es verändert kurzfristig die Zahl — meist nach unten. Dafür stimmt sie dann.

    Wenn Ihr Forecast regelmäßig korrigiert wird und niemand sagen kann, warum: Lassen Sie uns 30 Minuten auf Ihre Pipeline schauen.

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